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Lexikon

Zinseszinseffekt

Vom Zinseszinseffekt spricht man, wenn gutgeschriebene Zinsen nicht entnommen, sondern mit angelegt werden. Sie werden dann in der nächsten Periode selbst verzinst. Das Kapital wächst dadurch nicht linear, sondern exponentiell – anfangs kaum spürbar, über lange Zeiträume enorm.

Die Zinseszinsformel

Kn = K0 × (1 + p ÷ 100)n

Dabei ist K0 das Anfangskapital, p der Zinssatz in Prozent und n die Anzahl der Verzinsungsperioden (meist Jahre).

Beispiel

1.000 Euro zu 5 % über 10 Jahre:

K10 = 1.000 × (1 + 5 ÷ 100)10 = 1.628,89 Euro

Ohne Zinseszins wären es nur 1.500 Euro. Der Effekt bringt hier also knapp 129 Euro extra – und mit jedem weiteren Jahr wächst der Abstand schneller.

Die 72er-Regel

Eine praktische Näherung: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt die Zahl der Jahre bis zur Kapitalverdopplung. Bei 3 % dauert es rund 24 Jahre, bei 6 % nur noch 12.

Was bedeutet das beim Tagesgeld?

Entscheidend ist, wie oft die Bank Zinsen gutschreibt. Bei monatlicher oder quartalsweiser Gutschrift arbeitet der Zinseszins schneller als bei jährlicher – der Effektivzins liegt dann leicht über dem Nominalzins. Zwei Dinge bremsen den Effekt: Steuern (deshalb den Freistellungsauftrag nicht vergessen) und die Inflation. Durchrechnen können Sie Ihr Szenario mit dem Tagesgeldrechner und dem Festgeldrechner.

Der Effekt wirkt in beide Richtungen

Bei Schulden arbeitet er gegen Sie: Nicht ausgeglichene Überziehungszinsen werden dem Saldo zugeschlagen und im Folgequartal mitverzinst.


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