Als EZB-Leitzins bezeichnet man die Zinssätze, mit denen die Europäische Zentralbank die Geldversorgung im Euroraum steuert. Sie sind der Ausgangspunkt für nahezu alle anderen Zinsen – vom Tagesgeld bis zur Baufinanzierung.
Drei Zinssätze
- Einlagenzins (Einlagefazilität): Was Banken erhalten, wenn sie Geld über Nacht bei der Zentralbank parken. Für Sparer der entscheidende Satz, denn er markiert die Untergrenze dessen, was eine Bank Ihnen zahlen kann.
- Hauptrefinanzierungssatz: Zu diesem Satz leihen sich Banken für eine Woche Geld bei der EZB.
- Spitzenrefinanzierungssatz: Der Satz für kurzfristige Übernachtkredite, die Obergrenze des Zinskorridors.
Stand August 2026 liegt der Einlagenzins bei 2,25 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 % und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,65 %.
Wie er wirkt
Die EZB entscheidet alle sechs bis sieben Wochen, üblicherweise in Schritten von 25 Basispunkten; wie der Markt kommende Entscheidungen einschätzt, zeigt der EURIBOR. Ihr Mandat ist Preisstabilität: eine Inflation von 2 % auf mittlere Sicht. Steigt die Inflation, erhöht sie die Zinsen und bremst so die Nachfrage; fällt sie zu tief, senkt sie die Zinsen.
Was das für Ihr Konto bedeutet
Senkungen geben Banken beim variablen Tagesgeldzins meist schnell weiter, Erhöhungen oft nur zögerlich. Ein regelmäßiger Blick in den Tagesgeldvergleich lohnt sich deshalb besonders nach Zinsentscheiden. Wer mit sinkenden Zinsen rechnet, kann sich mit Festgeld das aktuelle Niveau sichern.
