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Lexikon

Kirchensteuer

Mitglieder einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft zahlen auch auf Kapitalerträge Kirchensteuer. Bemessungsgrundlage ist nicht der Ertrag, sondern die Abgeltungsteuer.

Höhe

  • 8 % in Bayern und Baden-Württemberg
  • 9 % in allen übrigen Bundesländern

Weil Kirchensteuer als Sonderausgabe abziehbar ist, ermäßigt sich die Abgeltungsteuer leicht. Die Gesamtbelastung liegt dadurch bei rund 27,82 % (8 %) bzw. 27,99 % (9 %) statt bei 26,375 %.

Automatischer Abzug

Banken fragen einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern ab, ob eine Kirchensteuerpflicht besteht, und behalten die Steuer automatisch ein. Sie müssen dafür nichts tun – und erfahren umgekehrt auch nichts über die Abfrage.

Der Sperrvermerk

Wer nicht möchte, dass die Bank diese Information erhält, kann beim Bundeszentralamt für Steuern einen Sperrvermerk eintragen lassen – Frist ist der 30. Juni für das Folgejahr. Die Kirchensteuer entfällt dadurch nicht: Sie wird stattdessen über die Einkommensteuererklärung festgesetzt.

Ganz vermeiden

Wie beim Soli gilt: Fällt keine Abgeltungsteuer an, fällt auch keine Kirchensteuer an. Ein ausgeschöpfter Freistellungsauftrag ist also der einfachste Weg.