Sichteinlagen sind Bankguthaben, über die der Kunde jederzeit auf Sicht verfügen kann – also ohne Kündigungsfrist und ohne feste Laufzeit. Der Begriff stammt aus der Bankbilanz und dem Wortschatz der Geldpolitik.
Wo sie vorkommen
- Girokonto – die klassische Sichteinlage, praktisch unverzinst
- Tagesgeldkonto – ebenfalls Sichteinlage, aber mit variablem Zins
Der Preis der Verfügbarkeit
Weil die Bank jederzeit mit Abflüssen rechnen muss, kann sie Sichteinlagen nicht langfristig weiterverleihen. Deshalb liegt der Habenzins hier in der Regel unter dem von Termineinlagen. Sie bezahlen die Liquidität mit Zins – ein fairer Tausch, solange es um den Notgroschen geht.
Einlagensicherung
Sichteinlagen sind wie Termineinlagen bis 100.000 Euro je Person und Institut gesetzlich geschützt – siehe Einlagensicherung.
Warum der Begriff auftaucht
In der Geldmengenstatistik der EZB zählen Sichteinlagen zur eng gefassten Geldmenge M1. Verschiebungen zwischen Sicht- und Termineinlagen gelten als Indikator dafür, wie Sparer die Zinsentwicklung einschätzen.
